Die Versorgung von Patienten mit oraler Antikoagulation ist im bestehenden sektororientierten Gesundheitssystem nicht immer optimal. In den Niederlanden wird seit vielen Jahren die Behandlung von thrombosegefährdeten Patienten in sogenannten Thrombosezentren durchgeführt, eine auf Antikoagulationstherapie spezialisierte Versorgungseinrichtung, die in enger Verzahnung mit den Hausärzten kooperiert.

Die elektronische Patientenakte von Portavita ist ein Kernstück bei dieser neuen Versorgungsform. Im Rahmen einer Integrierten Versorgung soll die Behandlung von Patienten, die an einer Thrombose leiden oder davon bedroht sind, wesentlich verbessert werden. Die Neuartigkeit besteht darin, dass die Versorgung von Patienten mit gerinnungshemmender Therapie telemedizinisch unterstützt und durch die elektronische Patientenakte gesteuert wird.

Ziel ist es, die Versorgung von Betroffenen durch optimale Einstellung der Gerinnungshemmung im therapeutischen Zielbereich zu erleichtern und bei der frühzeitigen Erkennung bzw. Reduzierung von Komplikationen zu unterstützen. Das Konzept ist flexibel in Anpassung und Ausbau und kann den Arzt wirkungsvoll entlasten und gleichzeitig eine hochqualitative ambulante Patientenversorgung sicherstellen.

Die Software von Portavita unterstützt die Verwendung von Vitamin-K-Antagonisten auf drei verschiedene Arten:

  • Die venöse Blutabnahme, entweder beim Patienten zuhause oder in einer Arztpraxis
     
  • Das Selbstmanagement, mit welchem die Patienten mittels eines POC-Gerätes ihren Blutwert messen.
     
  • Das Near-Patient Testing (Point-of-Care-Diagnostik), bei dem die Blutentnahme durch Pflegepersonal mittels eines POC-Gerätes in einer Pflegeeinrichtung erfolgen kann.  

Alle an der Behandlung von Antikoagulation Beteiligte erhalten in der Softwareapplikation „Antikoagulation“ gemäß ihrer Organisation und Funktion ihre entsprechenden Zuständigkeiten und Berechtigungen.

Vorteile:

  • Die Bildschirmmaske „Monitorbogen“ zeigt den Zustand eines Patienten im Überblick.
  • Das Management-Reporting ermöglicht Auswertungen auf Patientenebene, Praxis- und regionaler Ebene.
  • Alle Daten können finanzielle Prozesse unterstützen.
  • Das Portavita Antikoagulationsmodul kann integriert werden in andere Behandlungsmodule von Portavita, wie z.B. Diabetes, Asthma / COPD, Cardiovaskuläres Risiko, Palliativversorgung.
  • Die Kommunikation erfolgt über HL7-Schnittstellen, die von einer Gesundheitseinrichtung (z.B. Krankenhaus, Arztpraxis) zur Verfügung gestellt werden oder über Laborinformationssysteme.

 

Die ASP-Applikation von Portavita für die Antikoagulationsbehandlung unterstützt auch die wirksame und sichere Behandlung von Patienten, die mit NOAKs therapiert werden.

Obwohl die neuen oralen Antikoagulantien keine routinemäßige Gerinnungsüberwachung erfordern, kann es nützlich sein, die Patienten regelmäßig zu überwachen. Die NOAC-Datei besteht aus periodischen Tracking oder CHA2DS2-Vasc / HASBLED Partituren.
Ferner erlaubt die Applikation eine Auswertung von Komplikationen und Problemen, und kann zudem Auskunft geben über Sicherheit und Therapietreue.

Vorteile:
Alle Informationen über die Antikoagulation, Knochenheilung, einschließlich der  Patientenhistorie sowie den aktuellen Daten bleiben in einer kompletten Patientenakte sichtbar.
Die Daten können statistisch ausgewertet werden.
Alle relevanten Informationen können mit anderen Gesundheits-Anbietern ausgetauscht werden.
Im Falle von chirurgischen Eingriffen oder Zahnarztbesuchen, bei denen eine Antikoagulationsbehandlung Komplikationen verursachen kann, können in der ASP-Software entsprechende Anpassungen in der Medikation vorgenommen werden.

Information und Einbindung der Patienten in die Versorgungsprozesse werden immer wichtiger. Nur ein Patient der gute Kenntnisse über seine Krankheit hat, kann sich gesundheitsbewusster verhalten. Portavita unterstützt das Selbstmanagement von Patienten mit Gerinnungsstörungen.

Die Patienten können ihre INR-Werte – nach entsprechender Schulung – selbst messen und die Ergebnisse in ihrer webbasierten elektronischen Akte erfassen. Dafür erhalten sie einen gesicherten persönlichen Online-Zugang. Anhand der ermittelten INR-Werte dosieren sie dann entweder selbst (überwacht durch den behandelnden Arzt/Thrombosedienst) oder der Behandler/Thrombosedienst nimmt die Dosierung vor. Der Dosierbrief ist für Arzt und Patient in der Patientenakte einsehbar.

Die Zusammenarbeit von Thrombosedienst, Niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern sorgt so für Kontinuität bei der Behandlung und erhöht die Qualität der Versorgung .

Ausführliche Informationen stellen wir Ihnen gerne auf Anfrage zur Verfügung.

Die Portavita WebEPA Gerinnungsmanagement ist ein Kernstück in der telemedizinisch unterstützten  Versorgungsform für die orale Gerinnungstherapie. Sie ermöglicht  ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement: Patienten, von zuhause oder unterwegs und die verschiedenen  Leistungserbringer kommunizieren über Einrichtungen und Sektorengrenzen hinweg. Technische Grundlage ist eine gesicherte, webbasierte Lösung, die den Nutzern den Zugriff von einer Vielzahl unterschiedlicher Orte ermöglicht.

Das Konzept ist somit flexibel in Anpassung und Ausbau. Der Hausarzt erfährt eine wirkungsvolle Entlastung durch die Einholung einer Zweitmeinung z.B. in allen oder nur schwierigen Fällen der oralen Antikoagulationstherapie (labile INR-Werte) oder im Rahmen von interventionellen oder operativen Eingriffen (Bridging) durch einen sogenannten Thrombosedienst. In diesem Thrombosedienst sind auf Gerinnungstherapie spezialisierte Ärzte (Kardiologen, Hämostaseologen, etc.) tätig, die durch Dosierung und Überwachung den Patienten bis in die Phase der stabilen Antikoagulation (therapeutischen Zielbereich) begleiten können.

Die Einbindung aller Leistungserbringer in ein derartiges webbasiertes  Versorgungsnetzwerk von Praxen, Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken, Altenpflegeinrichtungen, medizinischen Laboren, etc. sorgt für Behandlungskontinuität und hilft bei der frühzeitigen Erkennung bzw. Reduzierung von Komplikationen.  

Ausführliche Informationen stellen wir Ihnen gerne auf Anfrage zur Verfügung.

Portavita unterstützt im Rahmen des oralen Gerinnungsmanagements auch ein Near-Patient-Testing (NPT). Beim NPT handelt es sich um Laboruntersuchungen, die nicht in einem Zentrallabor, sondern mittels entsprechender Messsysteme direkt am Patienten z.B. in der häuslichen Pflege, Altenpflegeeinrichtungen, Apotheken, Ambulanzen, Hausarztpraxen oder sonstigen Gesundheitseinrichtungen durchgeführt werden.

Im Jahre 2008 wurde in den Niederlanden eine nichtrandomisierte, vergleichende Studie über das Near-Patient-Testing bei Antikoagulationspatienten in Gesundheits-und Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Gegenstand dieser Studie war die Untersuchung zur Effektivität und Sicherheit der Methode sowie die Beschreibung von Kriterien für eine verantwortungsbewusste Einführung.   

Das Ergebnis war, dass bei den Patienten der Interventionsgruppe eine deutliche Verbesserung der INR-Werte im therapeutischen Bereich festgestellt werden konnte. Beim NPT traten signifikant weniger Komplikationen auf und es wurde signifikant weniger häufig eine Vitamin K-Gabe für notwendig erachtet. Das Near-Patient-Testing in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen führt, vorausgesetzt, dass sie professionell begleitet wird, zu einem mindestens ebenso guten, wahrscheinlich sogar zu einem besseren Behandlungsergebnis als die Standardbehandlung. Near-Patient-Testing kann somit eine effektive, sichere und daher vertretbare neue Vorgehensweise sein, Patienten mit einer Indikation für eine Antikoagulationsbehandlung mit Vitamin K-Antagonisten zu überwachen. Vorausgesetzt, dies wird auf vergleichbare Weise wie beim – bereits bekannten – Selbstmanagement von Patienten begleitet.  

Die Ergebnisse zeigten auch, dass Patienten, Thrombosedienste und Mitarbeiter von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen mit der Methode sehr zufrieden sind.

Zur Studie: Study Near-Patient Testing 2010

Das E-Learning Modul (elektronisch unterstütztes Lernen) ist Bestandteil des Patientenportals der  Portavita WebEPA und ergänzt die Schulungsprogramme für Selbstmesser bzw. Selbstdosierer im Rahmen der Gerinnungstherapie.

Es handelt sich hierbei um 4 E-Learning-Module der folgenden Selbstmessgeräte / Gerinnungsmonitore:

  • CoaguChek XS
  • INRatio II

Ferner können diese Module auch für die Schulung von Fachpersonal in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Rahmen des Near-Patient-Testings genutzt werden.