Frankfurt am Main, 3. November 2009

Beteiligung an niederländischem Marktführer für elektronische Patientenakte für chronische Krankheiten

T-Systems setzt auf das vernetzte Gesundheitswesen. Die Telekom-Tochter positioniert sich im wachsenden Gesundheitsmarkt und beteiligt sich über T-Venture, das Venture Capital Unternehmen der Deutschen Telekom, an Portavita. Dies gaben die Unternehmen heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Portavita ist in den Niederlanden führender Anbieter von Lösungen für die IT gestützte integrierte Versorgung von Patienten mit chronischen Krankheiten.

T-Systems übernimmt auch Anteile am holländischen Softwareentwickler MGRID, ein Partnerunternehmen von Portavita, spezialisiert auf die Entwicklung von Hard- und Software für medizinische Datenbankanwendungen. Die Exklusivpartnerschaft sieht vor, dass T-Systems für mindestens fünf Jahre die webbasierte Software von Portavita in eigenen Rechenzentren betreibt, die Unternehmen gemeinsam Anwendungen weiterentwickeln und T-Systems dazu ihr sicheres Branchennetz für das Gesundheitswesen bereitstellt. Gemeinsam möchten die Unternehmen die bewährten Lösungen aus den Niederlanden auf den deutschen Markt sowie weitere europäische Märkte anpassen.

Holger Hille, Chef der Healthcare-Sparte von T-Systems: „Ärzte und Krankenhäuser werden künftig noch enger im Sinne einer integrierten Versorgung zusammenarbeiten. Daher investieren wir in Portavita und erweitern so unser Portfolio um eine marktführende elektronische Patientenakte. Diese ist sektorübergreifend, Haus- und Fachärzte, Krankenschwestern, andere Mitarbeiter in Heilberufen und nicht zuletzt der Patient können also gemeinsam mit diesem System arbeiten. Lösungen wie diesen gehört die Zukunft in einem vernetzten Gesundheitswesen.“

Evert Jan Hoijtink, Geschäftsführer von Portavita, sagt: „T-Systems ist ein starker Partner, mit dem wir unsere sehr erfolgreiche Lösung in und außerhalb Deutschlands anbieten können, der unsere Entwicklung von Disease Management Systemen (DMS) für die integrierte Versorgung für chronisch kranke Patienten vorantreibt und mit dem wir unsere Kompetenzen ergänzen. In den Niederlanden sind wir etabliert und die Vernetzung von Leistungserbringern im Gesundheitswesen ist bereits seit einigen Jahren Realität.“

125.000 chronisch Kranke werden in den Niederlanden über die die Portavita-Lösung behandelt.

Derzeit fließen in Deutschland jährlich rund 250 Milliarden Euro in das Gesundheitswesen. Den weiteren Anstieg der Kosten wollen Experten auch durch integrierte Versorgungsmodelle stoppen – insbesondere für die Behandlung chronisch kranker Menschen. Das Institut für Strategieentwicklung der Universität Witten/Herdecke kommt in einer Studie (2006) zum Ergebnis, dass die integrierte Versorgung die Behandlungskosten pro Patient im Durchschnitt um etwa zehn Prozent verringern kann. Diese Kostenreduktion ist unter anderem auf die Optimierung aller Schnittstellen des Behandlungsprozesses zurückzuführen.

Für einige Krankheitsbilder haben die Krankenkassen Disease Management Programme aufgelegt, die diese integrierte Versorgung ermöglichen. Derzeit leiden etwa 20 Prozent der Bundesbürger unter chronischen Erkrankungen. Allein bis Ende 2008 ist die Zahl der Verträge zwischen Krankenkassen, Ärzten, Fachärzten, Krankenhäusern, Vorsorge- und Reha-Kliniken sowie anderen Heilberufen auf über 6.000 gestiegen.

Gemeinsam wollen die Partner die in den Niederlanden für die sektorüber-greifende Versorgung von derzeit 125.000 chronisch kranken Patienten eingesetzte arztgeführte Patientenakte für chronisch Kranke in Deutschland anbieten. Portavita hat die Lösung in Zusammenarbeit mit Medizinern, den niederländischen Gesundheitsbehörden und großen Kostenträgern entwickelt. In den Niederlanden nutzen Ärzte die Lösung derzeit für Disease-Management-Programme (DMP) im Rahmen der Behandlung von Blutgerinnungsstörungen (Orale Antikoagulation), Diabetes mellitus und Asthma/COPD „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ – chronisch obstruktive Lungenerkrankungen. Derzeit in der Entwicklung sind Anwendungen für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, für ambulante Palliativversorgung sowie Kardiovaskuläres Risikomanagement.

Über Portavita

Portavita entwickelt, vermarktet und implementiert ein 100-prozentiges webbasiertes Disease Management System (DMS), um multidisziplinäre Behandlungen von chronisch kranken Patienten zu unterstützen. In enger Zusammenarbeit mit führenden Medizinern und deren Patienten entstanden unterschiedliche DMS-Module – darunter für Diabetes, Asthma/COPD, kardiovaskuläres Risikomanagement und Antikoagulation.

Das System von Portavita unterstützt alle Prozessbeteiligte bei der medizinischen Dokumentation, der Heilbehandlung und der Selbstversorgung der Patienten. Dabei setzt das niederländische Unternehmen auf bewährte medizinische Methoden, Behandlungsprotokolle und Standards wie HL7, Snomed CT und LOINC. Portavita beschäftigt 30 hochqualifizierte Mitarbeiter und rechnet die Mietsoftware pro Patient und pro Nutzung ab.

Über T-Systems

Mit einer weltumspannenden Infrastruktur aus Rechenzentren und Netzen betreibt T-Systems die Informations- und Kommunikationstechnik (engl. kurz ICT) für multinationale Konzerne und öffentliche Institutionen. Auf dieser Basis bietet die Großkundensparte der Deutschen Telekom integrierte Lösungen für die vernetzte Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft. Rund 46.000 Mitarbeiter verknüpfen bei T Systems Branchenkompetenz mit ICT-Innovationen, um Kunden in aller Welt spürbaren Mehrwert für ihr Kerngeschäft zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die Großkundensparte einen Umsatz von rund 9,3 Milliarden Euro.
Über T-Venture

T-Venture, das Venture Capital Unternehmen der Deutschen Telekom, wurde 1997 gegründet. Seitdem berät und betreut T-Venture junge, innovative Unternehmen, die wirtschaftliche und technologische Synergien zu den Geschäftseinheiten der Deutschen Telekom aufweisen. Der Firmenhauptsitz ist Bonn. Unterstützt und ergänzt wird das Engagement durch die T-Venture of America, Inc. in Foster City, Kalifornien und in Seattle, Washington.

Für die Finanzierung zeichnen thematisch ausgerichtete Funds verantwortlich, die eng mit den drei strategischen Geschäftsfeldern Breitband/Festnetz, Mobilfunk und Großkunden der Deutschen Telekom korrespondieren, sowie bereichsübergreifende Themen adressieren T-Venture begleitet die Unternehmen intensiv und agiert als langfristiger Partner. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Wertsteigerung des Unternehmens und ein erfolgreicher Verkauf der Beteiligung nach fünf bis sieben Jahren.

T-Venture schließt in das Engagement für die Unternehmen auch die Netzwerke zu Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie Marketing der Deutschen Telekom ein. Beteiligungsunternehmen erhalten national und international pro-aktive Unterstützung. Regionale Schwerpunkte liegen in Europa, USA und Asien.